Das traurige Leben der Schweizer Qualzucht-Hühner
Über 80 Millionen Hühner werden jedes Jahr in der Schweiz geschlachtet. Fast alle diese Tiere sind sogenannte «Masthybride». Das sind Zuchten, die in kurzer Zeit möglichst viel Fleisch ansetzen. Für die Gesundheit der Tiere heisst das nichts Gutes.
Turbohühner
Ihr Gewicht explodiert regelrecht, in nur 37 Tagen sind sie «schlachtreif»: fast alle Masthühner in der Schweiz sind «Turbohühner» – schnellwachsende Hybridzuchten. Ihre Zucht wurde auf spezifische Merkmale hin optimiert, was mit gesundheitlichen Problemen einhergehe kann. Die schnelle Gewichtszunahme kann zu Verformungen der Beine führen, das schnelle Wachstum der Organe zu Organversagen oder Atembeschwerden. Es kommt auch vor, dass Tiere nicht mehr gehen können – etwa, weil ihre Gelenke entzündet sind oder die Beine wegen dem hohen Gewicht einknicken. Wenn sie nicht mehr an die Wasserspender kommen, verdursten sie.

Bild: Tier im Fokus
Massenleiden
Die Tiere werden in Betrieben mit mehreren tausend Tieren gehalten. Da Wildhühner in Gruppen von maximal 20 Tieren zusammenleben, überfordern die Grossgruppen die Hühner massiv. Zudem ist es inmitten tausender Tiere auch nicht mehr möglich, die Hühner einzeln oder gewinnbringend zu betreuen. Sind die Tiere krank oder verletzt, werden sie getötet.
Qualzucht durch die Hintertür
Qualzucht ist laut Art. 10 Abs. 1 TSchG in der Schweiz verboten: Das Zuchtziel darf keine Schmerzen oder Schäden verursachen. Wie kann es sein, dass die Hochleistungsrassen trotzdem hierzulande gemästet, geschlachtet und verkauft werden dürfen? Es läuft so: Grosskonzerne im Ausland züchten Masthybriden. Diese werden als Eintagsküken in die Schweiz importiert. Aus deren Eiern schlüpfen dann die späteren Masthühner. Indem die Zucht im Ausland stattfindet und die Tiere lediglich in die Schweiz importiert werden, wird das Verbot umgangen.
Und jetzt?
Die Pouletproduktion in der Schweiz hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt – obwohl Masthühner massiv leiden. Kaum jemand in der Bevölkerung kennt diese Probleme, nicht zuletzt dank beschönigender Werbung und Pouletverpackungen, auf denen jahrelang «besonders tierfreundliche Stallhaltung» stand. Wer den Tieren wirklich etwas Gutes tun will, reflektiert den eigenen Konsum – und probiert pflanzliche Alternativen.









